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Suchen und Sammeln
Dieser Eintrag stammt von Corinne Althaus Am 24.6.2008 @ 17:57 In Schreibchronik | 1 Kommentar
Wir Schriftsteller und Autoren sind neugierige Menschen. Wir halten Ohren und Augen offen, hören zu, schauen hin. Wir sammeln Eindrücke: Stimmen, Gerüche, Blicke. Wir registrieren Ereignisse, recherchieren Hintergründe, versuchen, den Dingen auf den Grund zu gehen.
Doch alles Beobachten macht keinen Sinn, wenn wir nicht gleichzeitig unsere Sinne öffnen. Dann erst bemerken wir über einem strahlenden Lächeln die traurigen Augen. Dann erst erkennen wir hinter einem flotten Spruch das Wissen um die eigene Einsamkeit.
Wir erledigen Projekt für Projekt, sind froh, eins nach dem anderen abhaken zu können. Nicht immer nehmen wir scheinbar Nebensächliches wahr, was am Wegesrand liegt. Irgendwann wundern wir uns, warum es nicht mehr weitergeht, weshalb sich der gut ausgebaute und sichere Weg plötzlich verjüngt und im Nichts endet. Ärger, das Gefühl, vom Leben ungerecht behandelt zu werden, Mutlosigkeit, Trauer stellen sich ein.
Bis dann eines Tages aus heiterem Himmel unsere Aufmerksamkeit geweckt wird und wir vor neue Aufgaben und Herausforderungen gestellt werden. Plötzlich ergeben auch die Nebensächlichkeiten, die wir früher unbeachtet zurückgelassen haben, einen Sinn. Puzzleteile fügen sich zu unbekannten aufregenden Bildern zusammen und weisen uns den Weg. Das Herz schlägt vor Aufregung schneller, die schon fast erloschene Flamme der Kreativität gewinnt neue Kraft. Sie war nicht tot, sie hat sich nur ausgeruht. Hurra!
Die alte Freude am Geschichtenerzählen kehrt zu mir zurück und ich empfange sie mit offenen Armen. Noch bin ich nicht so weit, dass ich mit dem Schreiben beginnen kann.
Es ist die Zeit des Suchens und Sammelns.
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