- Marielle - http://der-grosse-online-liebesroman.de -
Über die Macht der Gefühle
Dieser Eintrag stammt von Corinne Althaus Am 27.6.2008 @ 19:36 In Schreib-Handwerk, Schreibchronik | 1 Kommentar
Wer hier schon etwas länger mitliest, wird sich vielleicht darüber wundern, wie viel Gedanken ich mir derzeit über die Gefühle, von denen wir beherrscht werden, und über den Sinn eines Menschenlebens mache.
Vielleicht habt ihr es noch nicht bemerkt, aber ihr begleitet mich bereits auf einer aufregenden Entdeckungsfahrt. Es geht mir dabei nicht um die Handlung des Romans: Was macht wer wann mit wem? Vielmehr versuche ich mich den Charakteren unserer Hauptfiguren zu nähern. Warum handeln Menschen wie sie handeln? Was macht Menschen zu dem was sie sind? Was unterscheidet den einen Menschen von einem anderen?
Nehmen wir die klassische Fahrstuhlsituation: 10 Personen befinden sich in einem Aufzug. Der Aufzug bleibt stecken, 5 Minuten, 10 Minuten, eine halbe Ewigkeit. Am Anfang bemüht sich jeder um Haltung und Vernunft. Der Notruf funktioniert nicht. Niemand scheint von dem Vorfall Notiz zu nehmen. Plötzlich ein Ruck. Panik macht sich breit. Erste Schreie. Schweiß bricht aus. Die Gefangenen im Fahrstuhl reagieren unterschiedlich auf die Situation. Die Masken fallen ab. Nach und nach offenbart jeder seinen wahren Charakter.
Der Charakter eines Menschen bestimmt seine Geschichte, er ist verantwortlich für die Entscheidungen, die ein Mensch trifft, und für seine Handlungen.
Wer gelernt hat, Verantwortung zu übernehmen, wird schwierigen Situationen nicht ausweichen. Ein Schwächling wird Menschen, die in Not sind, im Stich lassen. Ein großherziger Mensch wird dem Bettler am Wegesrand sein letztes Stück Brot geben, ein engherziger Mensch wird vorbeigehen und über die Belästigung schimpfen, ein innerlich wütender Mensch wird in seinem Zorn vielleicht sogar mit einem Fußtritt reagieren.
Menschen verfolgen ihre Ziele auf unterschiedliche Weise - je nach Charakter. Die einen legen die Hände in den Schoß und hoffen auf ihr Glück. Andere arbeiten hart und zielstrebig, bis sie ihren Traum erreicht haben. Und die Typen, die für ihre Ziele über Leichen gehen, eignen sich in einem Roman ganz wunderbar als Bösewichter.
Freude und Trauer, Liebe und Hass, Mitgefühl, Eifersucht, Neid - dies und noch mehr sind Empfindungen, die unser Handeln bestimmen. Bevor ich mit dem Schreiben beginne, muss ich meine Figuren nackt gesehen haben, entblößt bis auf die Seele.
Für mich ist diese Phase schwierig, weil ich mich tief in meine Figuren hineinversenken muss, in die guten wie die bösen.
Kisses, für alle, die mich auf meinem Weg begleiten :-).
Dieser Artikel wurde ausgedruckt ab Marielle: http://der-grosse-online-liebesroman.de
URL zum Artikel: http://der-grosse-online-liebesroman.de/2008/06/27/uber-die-macht-der-gefuhle/
Klicken hier zum Drucken.