Archive for the ‘Schreib-Handwerk’ Category

Das Mittelalter-Lexikon von Peter C.A. Schels

Saturday, October 25th, 2008

Die Geschichte von Marielle spielt im Frankreich des Mittelalters um 1100, was durchaus Schwierigkeiten bei der Recherche bereitet. Denn das damalige Staaten- und Nationengefüge unterschied sich in seinen einzelnen Teilen politisch und kulturell zum Teil beträchtlich. (more…)

Das leidige Problem mit den Namen

Tuesday, September 23rd, 2008

Hallo,

habt Ihr auch so ein schlechtes Wetter? Bei mir nieselt es schon seit Stunden aus einer geschlossenen grauen Wolkendecke. Im Schein der Deckenleuchte und mit triefender Nase – auch mich hat die Erkältung nun erwischt – grübele ich mal wieder über die Namen meiner Charaktere.

Erst vor ein paar Tagen habe ich im Kapitel “Hintergrundwissen – Die Grafschaft Mâcon” erläutert, dass ich mir als Marielles Vater den Grafen Rainald von Mâcon und Burgund ausgesucht habe. Dabei bleibt es im Prinzip auch. Doch wie ich beim Schreiben bemerke, braucht Rainald leider doch einen anderen Namen. Raymond und Rainald klingen einfach zu ähnlich und da diese beiden Charaktere zu Beginn der Geschichte wiederholt aufeinander treffen werden, taufe ich Rainald kurzentschlossen um: Jetzt heißt er wieder Stéphan.

Ja, ja, ich liefere Euch ein ständiges Hin und Her. Aber so manches Detail sollte gleich zu Anfang festgelegt werden, damit es danach beim Schreiben um so leichter fließen kann.

Habt Geduld,
Corinne




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Mâcon, Doussy und Raymond

Saturday, September 20th, 2008

Es sagt sich so leicht: Ich schreibe jetzt einfach weiter an einem Roman, den ich bereits im vergangenen Jahr begonnen habe. Aber neue Erkenntnisse und Ideen führen auch zu einigen Änderungen, was die Örtlichkeiten und Hintergründe meiner Charaktere betrifft.

Unter “Hintergrundwissen” findet ihr Erläuterungen zu “Grafschaft von Mâcon”, “Grafschaft von Doussy” und dem Namen “Raymond”.

Einen schönen Abend noch wünscht Euch

Corinne

Eins fügt sich zum anderen

Monday, June 30th, 2008

Der Postbote brachte heute ein Paket von Amazon, unter anderem enthielt es den “Atlas des Mittelalters”, ein wichtiges Recherchemittel für “Marielle”. Zeit zum Blättern hatte ich leider bis jetzt noch nicht. Seit gestern bin ich mit Wäsche waschen und Koffer packen beschäftigt, der Urlaub steht unmittelbar vor der Tür.

Ich freue mich darauf, ein paar Tage ausspannen zu können. Mein erstes Jahreshalbjahr verlief aufregend, turbulent und ausgesprochen arbeitsintensiv. Neue berufliche Herausforderungen mussten gemeistert werden und jetzt schon kann ich absehen, dass auch die zweite Jahreshälfte noch einige berufliche Überraschungen für mich bereit halten wird. Ich kann ein wenig Faulsein wirklich gut gebrauchen.

Trotzdem werde ich auch am Urlaubsort in Gedanken bei unserer Geschichte sein. Im Reiseführer habe ich eine wundersame Legende entdeckt: “Mehr als 1 Mio. Menschen pilgern alljährlich … zu dem heiligen Haus, in dem der Legende nach Maria geboren wurde und Jesus nach der Rückkehr aus Ägypten gelebt haben soll. Als Nazareth 1294 in islamische Hände fiel, so wird erzählt, hatten vier Engel das Haus an … getragen.”

Es gibt keine Zufälle. Ich werde mir diesen Ort ansehen. Vielleicht finde ich dort ein ein weiteres Puzzleteil von “Marielles Geschichte.”

O weh, ich bin so müde, dass ich gleich vom Stuhl falle. Ich muss ins Bett. Gute Nacht und süße Träume!

Über die Macht der Gefühle

Friday, June 27th, 2008

Wer hier schon etwas länger mitliest, wird sich vielleicht darüber wundern, wie viel Gedanken ich mir derzeit über die Gefühle, von denen wir beherrscht werden, und über den Sinn eines Menschenlebens mache.
Vielleicht habt ihr es noch nicht bemerkt, aber ihr begleitet mich bereits auf einer aufregenden Entdeckungsfahrt. Es geht mir dabei nicht um die Handlung des Romans: Was macht wer wann mit wem? Vielmehr versuche ich mich den Charakteren unserer Hauptfiguren zu nähern. Warum handeln Menschen wie sie handeln? Was macht Menschen zu dem was sie sind? Was unterscheidet den einen Menschen von einem anderen?

Nehmen wir die klassische Fahrstuhlsituation: 10 Personen befinden sich in einem Aufzug. Der Aufzug bleibt stecken, 5 Minuten, 10 Minuten, eine halbe Ewigkeit. Am Anfang bemüht sich jeder um Haltung und Vernunft. Der Notruf funktioniert nicht. Niemand scheint von dem Vorfall Notiz zu nehmen. Plötzlich ein Ruck. Panik macht sich breit. Erste Schreie. Schweiß bricht aus. Die Gefangenen im Fahrstuhl reagieren unterschiedlich auf die Situation. Die Masken fallen ab. Nach und nach offenbart jeder seinen wahren Charakter.

Der Charakter eines Menschen bestimmt seine Geschichte, er ist verantwortlich für die Entscheidungen, die ein Mensch trifft, und für seine Handlungen.

Wer gelernt hat, Verantwortung zu übernehmen, wird schwierigen Situationen nicht ausweichen. Ein Schwächling wird Menschen, die in Not sind, im Stich lassen. Ein großherziger Mensch wird dem Bettler am Wegesrand sein letztes Stück Brot geben, ein engherziger Mensch wird vorbeigehen und über die Belästigung schimpfen, ein innerlich wütender Mensch wird in seinem Zorn vielleicht sogar mit einem Fußtritt reagieren.

Menschen verfolgen ihre Ziele auf unterschiedliche Weise – je nach Charakter. Die einen legen die Hände in den Schoß und hoffen auf ihr Glück. Andere arbeiten hart und zielstrebig, bis sie ihren Traum erreicht haben. Und die Typen, die für ihre Ziele über Leichen gehen, eignen sich in einem Roman ganz wunderbar als Bösewichter.

Freude und Trauer, Liebe und Hass, Mitgefühl, Eifersucht, Neid – dies und noch mehr sind Empfindungen, die unser Handeln bestimmen. Bevor ich mit dem Schreiben beginne, muss ich meine Figuren nackt gesehen haben, entblößt bis auf die Seele.

Für mich ist diese Phase schwierig, weil ich mich tief in meine Figuren hineinversenken muss, in die guten wie die bösen.

Kisses, für alle, die mich auf meinem Weg begleiten :-).