Europa um 1100

Zu Beginn des 11. Jahrhunderts bildete für die meisten Menschen in Europa das Mittelmeer das Zentrum der Welt. Im Mittelmeerraum lagen die Hauptstädte des alten Römischen Reiches: Rom und Konstantinopel (heute Istanbul, Türkei). Europa um 1095

400 n. Chr. war das alte Römische Reich in zwei Hälften zerbrochen. Das lateinische Westreich nannte man Okzident oder Abendland - weil im Westen die Sonne untergeht.
Das griechische Ostreich wurde als Orient oder Morgenland bezeichnet - weil im Osten die Sonne aufgeht.

Während das westliche Reich bald zerfiel, bestand das östliche Reich Byzanz weiter. An seiner Spitze regierte ein Kaiser.

Beide Hälften des Römischen Reiches lagen nördlich des Mittelmeeres und wurden von Christen bewohnt. Südlich und östlich des Mittelmeeres lebten Völker, die sich zum Islam bekannten. Zum Teil hatten die Muslime auch in Italien und Spanien Fuß gefasst, doch die Christen waren dabei, sie wieder zurückzudrängen.

Die christlichen Reiche waren sich nicht einig. Zwischen Rom und Konstantinopel kam es immer wieder zu Spannungen. Durch die Trennung hatten sich beide Reiche zu unterschiedlichen Kulturen fortentwickelt. Der Bischof von Rom beanspruchte als Papst, Führer der gesamten Christenheit zu sein. Die Christen im Osten sahen in ihm nur einen ihrer vier Oberhäupter. Nachdem Verhandlungen über religiöse und politische Streitfragen gescheitert waren, schloss die Römische Kirche den Patriarchen, das Oberhaupt der griechisch-orthodoxen Kirche von Byzanz, aus der römisch-katholischen Kirche aus. Seitdem ist die christliche Kirche in eine Westkirche und in eine Ostkirche aufgespaltet.